Vom Primarlehrer zum Fachberater und Instruktor

Im Laufe meiner Ausbildung zum Primarlehrer kam ich Berührung mit der Sonderschule für Kinder mit Wahrnehmungs­störungen in St.Gallen (WG-Schule). Mich faszinierte, dass erstens eine ganze Schule nach einem gemeinsamen Konzept arbeitete und zweitens, dass das Tun der Lehrpersonen und Therapeut:innen geleitet war von einer fundierten Theorie.

Ich entschied mich, nach dem Abschluss meiner Ausbildung 1983 ein Praktikum an der WG-Schule zu absolvieren; im Frühling 1984 konnte ich eine Mittel­stufenklasse übernehmen. Anfangs war es eine harte Schule, den adäquaten Umgang mit Kindern und Jugendlichen mit teilweise ausgeprägt auffälligem Verhalten zu erlernen. Doch half die Kultur des Austausches im Team und die regelmässigen Fachberatungs­wochen mit Félicie Affolter, das Verhalten dieser Kinder und Jugendlichen immer besser zu verstehen.

Gleichzeitig erarbeitete ich in Kursen und im Alltag die Prinzipien des Führens und von prophy­laktischen Inter­ventionen, die es erlaubten, Kinder und Jugendliche zu fördern und ihnen Halt zu geben.

Während meiner Tätigkeit an der WG-Schule bildete ich mich auch als Heilpädagoge aus.

Diese Erfahrungen und der Erwerb von Kompetenzen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bildeten die Grundlage für alle meine weiteren beruflichen Tätigkeiten:

1992 wechselte ich an das Zentrum für Wahrnehmungs­störungen in St.Gallen (heute wahrnehmung.ch). Hier konnte ich meine praktischen Erfahrungen erweitern: Therapien durchführen mit Vorschulkinder, mit Kindern, die eine Regelschule besuchten, mit Jugendlichen, die eine Anlehre machten und mit Erwachsenen. Dabei war das Ausmass der Wahrnehmungs­störung sehr unter­schiedlich und für mich eine weitere Bereicherung. Gleichzeitig begann ich, Fachberatungen in Institutionen zu geben und Kurse zu geben. Die Aufgabe, Fachpersonen mit methodisch geeigneten Hilfestellungen im Erwerb von praktischen und theoretischen Kompetenzen zu unterstützen, gefiel mir sehr.

2002 gehörte ich zu den ersten, die die Anerkennung zum Affolter-Instruktor im Affolter-Modell erhielten.

2006 übernahm ich zusätzlich eine Teilzeit­anstellung als Heil­pädagogische Assistenz an der HPS St.Gallen. Hier war die Aufgabe, Lehrpersonen, Thera­peut:innen und Praktikant:innen zu schulen und sie bei konkret auftretenden Frage­stellungen zu beraten. Nach 2 Jahren Co-Leitung mit der damaligen Institutions­leitung führte ich von 2010 bis 2021 die HPS St.Gallen als Institutions­leitung. In dieser Zeit erwarb ich einen CAS zum Thema «Schulleitung».

Während meiner Tätigkeit als Institutions­leiter gelang es mit Hilfe von engagierten MitarbeiterInnen, eine hohe Fachlichkeit bei der Förderung der Kinder und Jugendlichen zu erreichen.

Von 2021 bis 2025 arbeitete ich in der Frühförderung und als Fachberater von Lehrpersonen, die integriert in der Klasse ein Kind mit besonderem Unterstützungsbedarf förderten. Diese Arbeit war eine weitere Bereicherung: mit einem Team der Regelschule zu erarbeiten, wie in solchen Integrations­settings eine adäquate Förderung nach dem Affolter-Modell gelingen kann.

Seit 2008 arbeite ich in unter­schiedlich grossen Pensen als selbst­ständiger Fachberater und Kursleiter und bin nach wie vor APW-anerkannter Senior-Instruktor im Affolter-Modell®.